Start Was ist Autismus? Autismus Leitfaden
Autismus Leitfaden PDF Drucken E-Mail

autismus-arztEs ist sehr wichtig, dass autistische Kinder als auch die Eltern die Autismus-Spektrum-Störung thematisch verstehen und die neuesten Trends der Behandlungsansätze kennen. Auf so wenig wie möglichen aber auf so vielen wie notwendigen Seiten haben Sie im Vorangegangen die wichtigsten Merkmale zum Thema Autismus kennengelernt. Auch die Zusammenfassung soll „knackig“ und leicht verständlich sein. Daher folgen nun die wichtigsten Kernaussagen dieses Ratgebers in einer stichpunktartigen Zusammenfassung.

 

A. Autismus ist eine Form der Autismus-Spektrum-Störung

Die Autismus-Spektrum-Störung zeichnet sich dadurch aus, dass ein weites Spektrum an Symptomen auftreten kann. Es gibt sowohl sehr leichte als auch sehr starke Verlaufsformen dieser Krankheit. Von non-verbaler Kommunikation bis hin zu geistiger Behinderung aber auch bis zu überdurchschnittlicher Intelligenz kann bei dieser Krankheit alles vorkommen.

 

B. Ursachen

Es gibt keine endgültige Ursache für das Vorkommen von Autismus. Als häufigster Ansatz findet sich die Genetik- und die Vererbungstheorie. Auch der Zusammenhang zwischen Umwelteinflüssen und Autismus kann nicht ausgeschlossen werden. Unter den Umwelteinflüssen finden sich Theorien zu Impfstoffen und Impfungen, Quecksilber, Diabetes, Gluten und Kaseine.

 

C. Keine Ursachen

Viele Theorien und wenig Ursachen. Es ist definitiv dass folgende Aspekte kein Autismus verursachen oder deren Ursache erklären:

 

  1. Schlechte Erziehung
  2. Zerrüttete Familienverhältnisse
  3. Sozialer Status und Ansehen in der Gesellschaft
  4. Ungesunde Ernährung
  5. Emotionale Kälte durch die Mutter
  6. Fernseh- oder Telefonkonsum

 

D. Autismus Diagnose

Autismus wird in der Regel innerhalb der ersten drei Lebensjahre diagnostiziert. Die Diagnose muss durch geeignetes Fachpersonal gestellt werden.! Es müssen mindestens 6 Kriterien aus verschiedenen Merkmalsgruppen diagnostiziert werden. Je früher eine Diagnose gestellt wird, desto eher kann mit einer Behandlung begonnen werden und desto größer sind die Chancen ein normales Leben mit der autistischen Krankheit zu ermöglichen.

 

E. Behandlung

Es gibt zahlreiche Ansätze und Therapien um Autismus zu behandeln. Es gibt jedoch keine Heilung an sich. Etliche Behandlungen und Therapien können aber das Wohlbefinden und den Alltag der Autisten  verbessen. Behandlungen können in Form von Ernährungsprogrammen als auch durch Therapien (Sprachtherapie, Bewegungstherapie) erfolgen. Es gibt jedoch keine Standard-Therapie für Autismus. Wenn Sie 5 verschiedene Ärzte aufsuchen, so erhalten Sie auch 5 verschiedene Meinungen und Einschätzungen. Diskutieren Sie mögliche Behandlungsansätze mit ihrer Familie und den Ärzten und treffen Sie erst anschließend erst Ihre Entscheidung. Achten Sie stets darauf, dass Sie nicht immer sofort auf den Zug mit den neuesten Behandlungsmöglichkeiten aufspringen. Viele der neuen Behandlungsansätze sind nicht getestet und daher potentiell unsicher und gefährlich. Warten Sie am besten bis sich die Behandlungsmethode als kurz- und langfristig sicher erwiesen hat.

 

F. Autismus ist lebenslang

Autismus wird den Betroffenen ein Leben lang begleiten. Da keine Chance auf endgültige Heilung besteht wird der Autist nur mit der Krankheit umzugehen lernen müssen. Die routinierte Bewältigung der Krankheit kann dabei das Leben erheblich vereinfachen.

 

  • G. Chancen und Stärken beim Autismus
  • Die Schwere des Autismus ist bei vielen Autisten sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bei wenigen ist der autistische Grad besonders hoch und dadurch für das Leben des Autisten sehr belastend. Andere Autisten hingegen weisen nur leichte Symptome auf. Dennoch sind alle Autisten liebenswerte Menschen, die ein Recht auf ein erfülltes und zufriedenes Leben haben. Autismus ist kein Grund jemanden nicht zu mögen oder nicht zu lieben. Viele Autisten erfahren auch immer häufiger Chancen in der Berufswelt, da sie mit teilweise besonderen analytischen Fähigkeiten ausgestattet sind und damit jeden „normalen“ Menschen in die Schranken verweisen. Also: auch Autisten haben in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft Chancen verdient.

     

    H. Unterstützung und Hilfe

    Von Autismus betroffene Familien benötigen Unterstützung und Hilfe. Diese Hilfe fängt bereits bei der Auswahl des Arztes und des Therapeuten an. Es gibt zahlreiche Kinderärzte, Psychiater, Psychologen und Therapeuten für alle nur erdenklichen Fachrichtungen. Sie benötigen die Hilfe dieser Fachleute. Auch der reine Informationsaustausch mit anderen Betroffenen Autisten oder Familien hilft  bei der Bewältigung der eigenen Probleme: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“.

     

    I. Ungewissheit

    Die gesamte Autismus Forschung ist noch eine recht junge Forschungsdisziplin. In sämtlichen Medien finden sich viele Ansätze und Theorien zum Thema Autismus. Nur weil es viele Theorien zu gewissen Bereichen des Autismus gibt, sind diese jedoch noch lange nicht wissenschaftlich fundiert und nachgewiesen. Die Zukunft bleibt spannend. Vielleicht gibt es eines Tages tatsächlich eine allgemeine verbindliche Ursache für das Auftreten von Autismus oder es wird ein allgemein gültiger Therapieansatz entwickelt.

     

    J. Abschießende Tips für Eltern

    Die weitere Entwicklung des autistischen Kindes hängt immer individuell von der Schwere der Erkrankung und dem Zeitpunkt des Beginns der Behandlung ab. Auch trotz Behandlung werden einige grundlegende Symptome und Merkmale der Krankheit bestehen bleiben. Obwohl es eine Menge an zur Verfügung stehenden Informationen zum Thema Autismus gibt kann keine Vorhersage über den Verlauf der Krankheit gemacht werden. Hierfür sind die Symptome der Krankheit zu vielfältig. Die gewählte Behandlung kann sich direkt beim ersten Mal als erfolgreich erweisen oder erst beim zweiten oder dritten Mal. Trotz etlicher Erfolgsgeschichten werden die meisten autistischen Kinder in der Regel auf lebenslange Unterstützung durch die Eltern angewiesen sein.

    Das Leben mit einem autistischen Kind wird daher sicherlich nicht immer sehr einfach sein. Ganz im Gegenteil wird es Eltern sowohl körperlich als auch mental stark belasten. Um psychischen Stress  zu vermeiden bzw. mit diesem Stress richtig umzugehen, sollten Sie sich nachfolgende Empfehlungen besonders zu Herzen nehmen.

     

    Versuchen Sie nicht alleine mit der Krankheit fertig zu werden, sondern suchen Sie regelmäßig Hilfe und Kontakt zu Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften des autistischen Kindes. Diese Menschen helfen Ihnen der Situation gerecht zu werden und eröffnen Ihnen ebenso viele Möglichkeiten und Wege weitere Hilfen und Förderungen in Anspruch zu nehmen.

     

    Nehmen Sie sich hin und wieder eine Pause. Ein Leben mit einem autistischen Kind wird definitiv nicht stressfrei verlaufen. Vermeiden Sie daher auf jeden Fall eine dauerhafte körperliche und seelische Überlastung. Im Extremfall kann ein Burnout Syndrom drohen. Machen Sie also hin und wieder einmal ein paar Stunden Pause und gönnen Sie sich regelmäßige Entspannung. Sie müssen etwas freie Zeit hierfür finden.

     

    Es empfiehlt sich immer, sich weiteres Wissen anzueignen. Aber seien sie vorsichtig wenn Sie im Internet Informationen einholen. Viele Informationen einiger Webseiten entsprechen nur der Meinung des Autors und müssen nicht unbedingt richtig oder allgemeingültig sein. Nur sehr wenige Formen der Onlineinformationen werden von qualifizierten Fachleuten bereitgestellt. Lesen Sie am besten medizinische Literatur oder Ratgeber von Fachleuten um einer Gefahr durch Fehlinformationen sicher aus dem Weg zu gehen.